Einer meiner letzten Musikkäufe, und durchaus ein ziemliches Highlight. Und das sage ich als jemand, der sich quer durch viele Musikstile hört, und immer wieder feststellen muss: es gibt wahnsinnig viel Schrott, Einfallslosigkeit, Banalität und Langeweile wo auch immer Musik gemacht wird.
Nun, dieses Werk der Schwarzmetaller Eïs (vormals Geïst, haben sich nach meinen Informationen wegen eines drohenden Rechtsstreits mit einer Kölner Indie-Band fast gleichen Namens schon länger umbenannt/umbenennen müssen. Ganz ehrlich? Eine "Indie-Band", die mit dem Anwalt droht? Ich bin begeistert. Ehrlich.) kommt absolut nicht aus diesem Sumpf aus Mittelmaß und Stumpfsinn.
Mich hat "Bannstein" geradezu tief innerlich bewegt. Was ich an dem Album liebe, ist diese gnadenlose, wilde Wand aus Klang, Harmonien, die beinahe sakralen Anklänge der Riffs (darf man das so sagen?) und, ganz wichtig, die Vocals. Gerade im Bereich Black Metal ist es bei mir oft so, dass, sobald Gesang zu hören ist, ich einen Haken unter die Sache mache und innerlich "schleeecht! laaaaaangweilig!" rufe. Ja, auch keifen will gelernt sein. Und z. B. den Gesang einfach mit Effekten überladen, weil man es scheinbar nicht kann? Hm, ob das die Lösung ist?
Ganz anders hier: die Vocals sind böse und knochentrocken, und die Stimme zu Eïs hat einfach einen eigenen Charakter. Ich denke, es ist in diesem Genre nicht anders als in musikalischen Bereichen, in denen man Klargesang verwendet: es gibt viele Leute, die können vielleicht singen, mehr oder minder gut oder leidlich, aber eine richtige Stimme, das ist selten.
Jedenfalls: Ein weiterer grüner Haken wird hier durch den Gesang auf "Bannstein" bei mir als Hörer gesetzt.
Schlussendlich: die Texte.
Ich könnte mich als Wortenthusiast wahrscheinlich seitenlang über den Stellenwert von Texten, und wie dieser regelmäßig zu gering angesetzt wird, ausbreiten. Was bringt mir die beste Musik, wenn die Worte eigentlich nur ein bedauernswerter Haufen halbfertiger Ideen ist, lauwarmes Geschreibe, das mich innerlich nicht berührt, provoziert, nichts transportieren kann? Eine solche Musik ist in meinen Augen hirntot. Gut anzuhören, aber es fehlt das Wesen und die Substanz.
Glücklicherweise ist dies bei Bannstein überhaupt nicht der Fall. Zwar wäre es vielleicht durchaus mit persönlichem Gewinn verbunden, sich hier auch mit Fragen durch Alboins Textwelt zu analysieren. Aber es ist aus meiner Sicht unstrittig festzustellen, dass hier jemand eine Idee und eine Vision verfolgt. Und dies würde ich nun zum Abschluss für alle drei von mir durchgegangenen Bereiche: Klang, Text und Stimme (die eben der Vision Ausdruck verleihen muss) feststellen.
Bannstein ist sicherlich eines der Alben, die mich durch die letzten, oft auch sehr merkwürdigen, Zeiten begleitet haben. Und ich bin darüber froh.
Alle Sonnen werden wieder sich erheben /
Aufrecht aus dem Schosz der welken Blätter.
- Anfauglith

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