Dienstag, 30. Dezember 2025

Rückschau auf 2025

 
 


Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu. Für mich ist das immer schon ein Anlass zur Rückschau gewesen. Und so nehme ich denn den Leser mit in meine persönliche Rückschau auf das Jahr. Auf Bücher, Musik und auf Erlebtes, die alle, ganz gleich, was 2026 bringen mag, bereits ihr Werk getan haben. Die Zukunft ist unsicher und die Vergangenheit unabänderbar. Es bleibt nur die Gegenwart.

Bücher

Ein oder vielleicht das Buch, das bei mir in 2025 besondere Spuren hinterlassen hat, ist Between Two Fires von Christopher Buehlmann. Ich habe bereits vor einiger Zeit beschlossen, dass das Fantasygenre für mich abgeschlossen ist. Es bleiben die Klassiker. Alles, was dann ab einem bestimmten Jahr zu kommen scheint, erschließt sich mir nicht mehr. Was mir bleibt an Fantastischem, ist Horror und Schauer. 
Between Two Fires hat sich für mich in einer Zwischenwelt bewegt. Das Buch wirkt jenseits von Nutzliteratur, die irgendeinen Zweck haben soll, unterhalten, verstören, etc. 
Beinahe hat das Buch für mich eine Art spirituellen Effekt gehabt. Ich kann es schlecht beschreiben.


"Now in These days the Lord God had turned His face from the Business of men; …"


Musik

Mir fällt es leichter, die Alben zu benennen, die dieses Jahr für mich wichtig waren. Nicht im Sinne einer Topliste, sondern die es, und sei es vermeintlich nur durch so eine bestimmte Eigenart, geschafft haben, mit einer gewissen Tiefe zu mir zu sprechen.
Zu nennen wären hier:

Eïs: Bannstein
Aara: En Ergô Einai
Konfession: Wenn die Schatten rufen


Darüber hinaus gab es natürlich noch weitere Musik, die es wert war, darüber zu schreiben oder sie einfach nur anzuhören und wertzuschätzen.

Symbole

Es gibt auch ein paar Symbole, die für mich (neu) Sinn bekommen haben. Zu erwähnen wären beispielsweise der Hammer Thors (als Kraftsymbol, nicht direkt als Zeichen der nordischen Religion und noch viel weniger von völkischer Grütze jeder Schattierung...) oder z. B. eine kleine Walküren-Figurine, die es in meinen Symbolschatz geschafft hat.
Allgemein habe ich im 2025 sehr viel an Symbolen kuratiert zum Ziele, meiner eigenen Seelenlandschaft Ausdruck zu verleihen. Das ist etwas, das mir sehr viel gegeben hat und mir sehr wichtig war und ist.

Schatten

2025 hielt für mich einige Momente bereit, die eigentlich kein Mensch erleben sollte und die dennoch passiert sind. Grenzmomente. An eben der Grenze zwischen zwei Jahren hoffe ich, dass das nächste Jahr freundlicher wird.


Kreativ

Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre gewesen, hier ein oder mehrere Interviews mit Künstlern, die ich interessant finde, zustande zu bekommen. Das wird jetzt leider aus verschiedenen Gründen im alten Jahr nicht mehr passieren. Aber wer weiß, was 2026 bringt. 


Letzte Zugänge in der "Kammer":

Kate Heartfield: The Chatelaine
Alexander Pechmann: Die zehnte Muse

Ieschure: The Shadow





Musik während dieses Beitrages:

Hymnambulae: Nausikaa



Guten und sicheren Übergang nach 2026!


- Anfauglith

Freitag, 19. Dezember 2025

Filmeabend - Dracula: A Love Tale

 Dracula: A Love Tale im Spätfilm des örtlichen Kinos. Die Erwartungen waren einigermaßen hoch, wobei ich im Nachhinein ehrlich gesagt keine vernünftigen Gründe dafür anführen könnte.

Der Film. Zur Hintergrundgeschichte möchte ich nicht so viel schreiben, da die Story mit kleinen Abweichungen im Grunde ja bekannt ist. Dracula: A Love Tale (oder im Deutschen ca. genauso nichtssagend: Dracula - Die Auferstehung). Der Film beginnt mit einem beeindruckenden Auftakt, bildgewaltig und überzeugend eingeführt durch die schauspielerische Leistung von besonders Caleb Landry Jones als Vlad Tepes/Dracula. Auch Christoph Waltz' erster Auftritt als verschrobener Priester verspricht viel.

Leider lässt der Film nach der glorreichen Overtüre ziemlich schnell nach. Mir schien es, als hätte man sich nicht entscheiden können zwischen Action, düsterer Liebesgeschichte und Klamauk/Disney. Heraus kommt dann nichts von allen dreien, sondern eine aus meiner Sicht leider recht substanz- und farblose Mischung, die nur durch die schon angedeutete Schauspielpräsenz von sowohl Waltz als auch Jones irgendwie über die Zeit getragen werden kann. Gut, die untote Version von Dracula sieht im Gegensatz zu der Zombie-Version des Ungarn aus einer Rotweinwerbung der 90er in Nosferatu - Der Untote wirklich gut und unheimlich aus. Mehr kann und möchte ich zu diesem Film nicht sagen.

Spät nachts verlasse ich das Kino. Leichter Eisregen. Wenigstens etwas kalt und grimmig. Ob das ein Omen für bessere Horrorfilme in 2026 sein kann?

Montag, 8. Dezember 2025

Apokalypse

 

In kahlen Wipfeln starren Raben

Der Mond verhüllt sein blasses Angesicht

Die Städte leer wie rus'ge Bienenwaben

Die Landschaft siech, getaucht in blutigrotes Licht.

 

Die Meere woll'n sich wider Land erheben

Die Berge stürzen sich hinab auf weites Land

Die Eb'nen kalt und kahl und ohne Leben

Ein Nebel reckt gen Himmel seine fahle Hand

 

Die kühle Majestät der scharfen Sterne

Krönt diademengleich das Ende dieser Zeit

Ein dumpfer Ton ertönt in allerfernster Ferne

Zu dem ein schwarzer Staub herniederschneit.


 

- Anfauglith 

Samstag, 6. Dezember 2025

Lore Liege. That Which Was Lost

 


 

 

Künstler:                            Lore Liege
Titel:                                    That Which Was Lost
Format:                               Digital
Jahr des Erscheines:          3. Juli 2021
Herkunft:                             USA
Genre/Stil:                           Depressive Black Metal / Raw Black Metal
Empfohlenes Hörsetting:   Einsamer Winterspaziergang
Links                                 Lore Liege @ Linktree

 
Wieder ist sie da, diese eine Zeit des Jahres. Die Zeit von, nein, nicht Glocken und Glühweinrausch, sondern die Zeit dieser schönen Winterspaziergänge durch karge Lande, möglichst ohne störendes Menscheln, durch Regen und unter toten Bäumen.

Wenn man hierzu einen Soundtrack möchte, bitteschön, hier wäre er!
Ich kann nun gerade nicht mehr genau nachvollziehen, 
wie ich auf Lore Liege gestoßen bin, aber ich bin froh, dass es passiert ist.

Hinter dem Projekt steht eine Person, die sich "Galrög the Imperial Lore Liege" nennt und scheinbar verantwortlich für alle musikalischen Details zeichnet.

Soundtechnisch gibt es schnörkellosen, im mittleren Tempobereich angesiedelten Schwarzmetall mit teilweise homöopathischen Anklängen an Doom. Was ich wirklich mag, ist diese anständige Portion Dreck im Sound. Der Gesang ist ein kehliges Kreischen, die Riffs hypnotisch und wiederholend und das ganze Klangerlebnis erweckt eine Szenerie von Niedergang, Verfall, Verlust und Einsamkeit vor meinem inneren Auge. Wenn jemand unbedingt Vergleiche möchte, nun gut, man kann teilweise klangliche Nähe zu einem gewissen umstrittenen norwegischen Grafen aus den 90ern nicht abstreiten, aber ehrlich, ich möchte es dabei belassen, weil salopp gesagt ja alles irgendwie nach irgendetwas klingt, auch, weil Musik sich eben aus 12 Tönen bildet, und so sind Wiederholungen auf beinahe philosophische Weise irgendwann zwingend. 

Textlich finde ich das Werk auch gut gemacht. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich wirklich immer verstehe, was der Herr Galrög da meint, aber das ist ja auch das Tolle an Literatur, dass es eben kein Kochbuch ist, sondern Raum für Spekulation, Interpretation, Irrtum und Doppeldeutigkeiten gibt. 
Die Lyrics sind auf so eine schöne Weise minimal und schlicht. Wieder vor meinem inneren Auge diese innere Winterlandschaft des Verfalls, der Kälte, der Wut, aber irgendwie auch eines offenen Endes, wenngleich das keinen zwingenden Trost impliziert. Das schöne am offenen Ende ist ja tatsächlich die Offenheit, nicht die schnelle Auflösung.
Anyway, das soll jetzt auch nicht in ein Proseminar Literatur ausarten. Jeder möge sich selbst ein Bild machen

Das Album endet wie es beginnt, mit einer kurzen Soundcollage, die den Hörer in seiner eigenen Winterlandschaft der Seele zurücklässt.


- Anfauglith