Künstler: Olde Bard
Titel: Jewels of the Spidercrown
Format: Digital
Label: Grim Stone Records
Jahr des Erscheines: 13. April 2024
Herkunft: USA
Genre/Stil: Retro Black Metal/Thrash Metal/Metal
Empfohlenes Hörsetting: Live in Concert...
Links: Olde Bard bei Bandcamp, Instagram-Account der Band
Vor einigen Tagen entdeckte ich die Formation "Olde Bard" und entschloss nach einigen Durchgängen durch deren EP "Jewels of the Spidercrown" diese hier zu besprechen, da ich der Meinung bin, dass dieses Klangerzeugnis, bei zugegeben durchaus vorhandenen Schwächen, ein ordentlich' Maß Eigensinn und Eigenständigkeit der Musiker dahinter bezeugt, weshalb ich es keinesfalls unterlassen wollte, dieses Fundstück zu präsentieren.
Olde Bard spielen eine Art "Retro Black Metal", der ein bisschen an die 1. Welle des Genres erinnert, ohne dabei jedoch richtig "retro" zu werden, geschweige denn in irgendwelche Nostalgienachspielerei abzudriften und am Ende den Hörer damit totzulangweilen. Der künstlerische Rückblick ist für mich mehr in der Herangehensweise und dem Geist, der über all dem schwebt, zu entdecken.
Die garnicht mal so geheime Geheimwaffe der Musiker aus den Staaten sind die ziemlich großartigen Riffs in Zusammenspiel mit dem Schlagzeug. Beides frisst sich in die Knochen und reißt ziemlich mit. Was mir musikalisch leider nicht so gefallen hat, ist der Gesang: über dem eher im BM-typischen Keifstil angedachten (das ist das Problem.) Geschrei ist ein Effekt, der für mich die Vocals einfach zu gewollt und unecht klingen lässt. Zugegeben, ich bin ein absoluter Gesangsextremist, der schon ansich musikalisch großartige Projekte verworfen hat, schlicht deshalb, weil ich den Gesang zu mittelmäßig fand. Daher ist meine Kritik auch bitte vor diesem beim Testhörer gegebenen Hintergrund zu lesen.
Also: Für die ca. letzten 20-30% Sahnehäubchen zum metallischen Totalschlager bräuchte ich im Gesang mehr Dreck. Und vielleicht auch allgemein ein bisschen mehr "ätzig" im Sound. Ich persönlich glaube, dass die Band daher gerade live der absolute Einschlag sein könnte!
Die Texte sind technisch-künstlerisch ansich gut gemacht, und zwischen den Zeilen zeigt sich dann meiner Meinung nach auch, dass sich die Herren auch mit mehr beschäftigen als Horror, Monstern und Mythen. Manchmal könnte auch hier ein bisschen nachgeschärft werden, aber das ist eben Geschmackssache. Zwischen tonnenweise Metal- und Black Metal-Bands mit austauschbaren Standardtexten fiel mir Olde Bard jedenfalls positiv auf.
Die Kerle sehen im übrigen auch ganz lustig aus, und wer sich Namen wie Johnny Ugly oder Ghandi verpasst, hat bei mir grundsätzlich auch erstmal gewonnen.
Alles in allem eine Empfehlung, und da die Band die EP + die Single Blood of the Horde bei Bandcamp in der Kategorie "Name your price" anbietet, kann man da auch erstmal bedenkenlos zuschlagen.
- Anfauglith

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