Donnerstag, 12. Juni 2025

Der dunkle Gott

 
Ein Wetter steigt herauf, aus Blutgewölk und Rosendorn
Er thront darüber, hoch in eiseskalter Majestät
Ein Kelch voll Winden, Nelkenbluts und Hagelkorn
Mit Rauch und und Klang und Stürmen hin zu einem Gastmahl läd.

Zwei Götterbrüder, ähnlich sich, doch ewig feind
Sie werfen Flammen in die myrrheschwang're Nacht
Da werden sie durch eines roten Mondes Bahn vereint
Und wiederum dem Einen als ein Opfer dargebracht.




Gestürzt der dunkle Gott von seinem Thron
Des Mondes kaltes Reich strahlt hoch im Licht
Aus taubem Erdreich steigt empor des Gottes Sohn
Und welke Rosen ziehr'n sein junges Angesicht.

Dämmerfahl geöffnet ist des Lichtreichs Tor
Die Zinnen jener Burg steh'n stumm und leer
Gebückt nun tritt der dunkle Gott hervor
Und stürzt sich nieder in ein totes, kaltes Meer.






- Anfauglith

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