Weiter geht es in der Reihe meiner Horror-/Schauer-/Dunkelbücher, die ich seit einem Jahr lese.
Das letzte nun fertiggelesene Buch ist "The Silent Companions" von Laura Purcell, über das ich hier nun ein paar Worte verlieren möchte.
Ich denke, zuallererst sollte gesagt werden, wie großartig ich es finde, dass überhaupt noch Bücher mit dieser Art von Geschichten darin geschrieben werden. Dass der Bereich "Horror" (mir fällt kein besseres Label ein, wobei ich eigentlich das Wort "Horror" aus den nachfolgend angerissenen Gründen hasse.) wahrscheinlich von Beginn an mit Schrott überflutet war, ist nun keine neue Weisheit. Ich nehme es trotzdem (übrigens auch im Bereich "Fantasy", den ich deswegen schon komplett aufgegeben habe. Das wäre aber Material für einen ganz eigenen Text.) wahr, dass gerade in letzter Zeit viel Zeug auf dem Markt ist, das einfach nur als der letzte geistige Flachmüll bezeichnet werden muss. Dass teilweise die Menschen der Jetztzeit ziemlich dümmlich, oberflächlich und vorstellungslos sind, muss auch nicht extra erwähnt werden. Diese langweilige Geisteshaltung schlägt aber durchaus in den Büchermarkt und gerade in die Bereiche der (haha.) phantastischen Literatur (wozu ich "Horror" einfach mitzähle) durch. Kompletter Mangel an psychologischer Tiefe. Absolute Bankrotterklärung bei der Beschreibung wahren Schreckens. Plumper Exhibitionismus. Der hundertsiebendundachtzigtausendundeinte "Thriller", der von irgendeiner rotweintrinkenden Softwareexpertin berichtet, die plötzlich ihre Vorliebe für Sadomaso-Spielchen entdeckt, um dann deswegen, mittels Ebay-Kleinanzeigen wahrscheinlich, auf der Speisekarte eines gar schröcklichen Lustmörders auftaucht... etc. etc. ... Okay.
Doch nun zum Buch selbst:
Was ich sehr an dem Buch mochte, ist diese unglaublich dichte, schwarze Beschreibung der Landschaft und Szenerie. Alles brütet quasi Bedrohung und Niedergang aus. Die Landschaft. Das Herrenhaus. Sogar das Örtchen darum, die Kirche mit dem Friedhof, auf dem so viele Kinder begraben liegen, bei denen man sich nicht mal mehr die Mühe gegeben hat, bei der Wahl der Vornamen Unterschiede zu machen...
Das sich durch das Buch und seine zwei bzw. eigentlich drei Erzählstränge ziehende Motiv der erzwungenen Stille bzw. des erzwungenen Schweigens. Da steckt für mich wahnsinnig viel an Stoff für Assoziationen und Botschaften zwischen den Zeilen drin.
Was das Lesen angeht, so hat das Buch sich für mich erst langsam in meine Leseroutine geschlichen. Es gibt Bücher, die starten auf so eine Weise, dass ich mich sofort wohl darin fühle und gut aufgehoben. Hier war das nicht der Fall und das Buch und ich sind erst nach vielleicht 30 Seiten langsam warm geworden. Das Dranbleiben hat sich aber gelohnt, wie ich finde.
Ein kleiner Schwachpunkt der Handlung ist, dass für meinen Geschmack manche Hintergründe, die durchaus vor allem zum Ende hin auch Stoff für zusätzlichen Schauer geboten hätten, eher ein bisschen plötzlich und geschwind in die Handlung hineingestellt werden und daher nicht ganz nachvollziehbar wirken.
Zusammengefasst: Ein düsteres Kleinod der Schauerliteratur. Kein Blutrausch, keine Klischees. Nur das Gefühl, dass etwas aus den Schatten sprechen kann, das dort nicht sein sollte.
- Anfauglith

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