Dienstag, 20. Mai 2025

Aara: En Ergô Einai

 Es ist ja guter Brauch, dass man zumindest alle Tage einmal etwas tun soll, was dem Schönen, Guten und so weiter dient, und am besten nicht den Säckel einer dritten Person füllt. Und daher tue ich das nun und schreibe über meinen Eindruck von En Ergô Einai der schweizer Schwarzmetaller von Aara.

En Ergô Einai ist griechisch und kann ein bisschen frei mit "Sein als Handeln/Tun" übersetzt werden. Gewisse Echos dieses Schlagworts finden sich für mich auch in weiteren Liedtiteln. Wieder einmal möchte ich auch hier den Texten keine Gewalt durch am Ende bemühte und übergestülpte Interpretationen antun. Ich persönlich denke, dass Texte dann am fruchtbarsten sind, wenn jeder Leser/Hörer sich darüber selbst Gedanken macht.
Für mich (und damit sei es dann wirklich dabei belassen) kommt immer wieder die Assoziation mit Themenkreisen wie Sein, Werden (Müssen) und Wandel auf.

"Ist der Fluss stets derselbe?
Treibt endlos fort,
unzählbar sind die Wellen,
gleich flüchtigen Momenten, Gedankenreigen.
Wie Zeit, die ewig und doch nie gewesen."

(Aargesang)


Musikalisch geboten wird ein Soundgewitter reinsten Wassers. Das ist einer der Punkte, die ich wirklich sehr, sehr an diesem Album mag: Man kann sich in diese dichte Wand aus Klang hineinfallen lassen, wie in ein endloses schwarzes Meer, um davonzutreiben und gänzlich darin unterzutauchen.
Harmonisch finde ich (ich mag mich täuschen) teilweise Anklänge an klassische Musik oder Musik des Barock, so eigenartig das jetzt vielleicht klingen mag... Alles in allem ist auch eine sehr große Variation in den Stücken gegeben, sodass es gewiss nicht langweilig wird.

Als ich das Album bekommen habe, dachte ich noch, dass ich wahrscheinlich nicht unglücklich bin, dass nicht nur Stücke von 9 Minuten plus darauf zu finden sind, da ich das Konzentrationsvermögen eines jahrelang koffeinabhängigen Eichhörnchens besitze. Nach einigem Durchhören muss ich aber gestehen, dass ich hier gerne auch noch ein paar Minuten länger in manchem Lied versunken wäre.

Zum Schluss weise ich noch auf die Instagram-Seite der Band hin, weil ich der Meinung bin, dass deren ästhethisches Konzept sehr spannend ist und durchaus auch Beachtung verdient.

Zusammengefasst bin ich sehr angetan und kann mir durchaus vorstellen, in Zukunft weitere Tonträger von Aara anschaffen zu wollen und diese ggf. hier zu besprechen.



- Anfauglith

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